Konrad-Kocher-Schule

„Ich bin stark“

„Ja, Sifu*!“, hallte wie ein Echo im Raum. Schnell umgezogen und gleich startklar – so war mein Eindruck als Schulsozialarbeiterin in den Trainingsstunden, die als Pilotprojekt jeweils in einer von allen Klassenstufen lief: in den Klassen JG2, 3a und 4b, jeweils eine Doppelstunde pro Woche, einen Monat lang.

Mit dem KungFu-Lehrer Herrn Di Giorgio von „kungfuworld.de“ in Leonberg lernten die Schüler die Achtsamkeit und Konzentration beim schnellen Wechsel von Stellungen, das richtige Atmen und den sicheren Umgang mit kritischen Situationen, in denen die Flucht keine Option ist.

Die Selbstverteidigung wurde in kindgerechte Form verpackt, die wirklich jedem Schüler und jeder Schülerin Spaß bereitete. Es liefen Löwen und Dinos in der Halle herum oder es wurde mal wieder „die verrückte Wurzel“ eingesetzt, bei deren Eingreifen ein Ausweichen schwer möglich war.

Der Selbstbehauptungskurs war zunächst als Mobbingprävention angedacht, in dem man den Umgang mit Rabauken und direkte Konfrontation lernt. Die Schulsozialarbeiterin Frau Kapitonova bedankt sich bei vielen Beteiligten, ohne die diese Kurse nicht stattgefunden hätten: Stadt Ditzingen, Frau Smolarek und Lehrerkollegium, Eltern und dem Elternbeirat, die alle hinter der Idee des KungFu-Kurses standen.

*Sifu ist ein KungFu-Lehrer, wörtlich: väterlicher Lehrer.

Das Kungfu-Training – ein Projekt zur Gewaltprävention an der KKS

Die Klassen JG2, 3b und 4b der Konradkocherschule in Ditzingen hatten vier Wochen lang je eine Doppelstunde Kungfu-Training zur Selbststärkung und zur Gewaltprävention. Dabei forderte der Trainer die Schülerinnen und Schüler immer wieder heraus, ihr Bestes zu geben und als Gruppe zusammenzuhalten.

Wir nannten den Trainer„Sifu“. Wir mussten z.B. genau 1000 Faustschläge machen, keinen mehr und keinen weniger. Am Ende der ersten Kungfu-Stunde zeigte der „Sifu“ uns die „Verrückte Wurzel“.  Das ist ein Stab, an dessen Enden mit Klebeband zwei wackelige, weiche Schaumstoffe befestigt sind, über den wir springen mussten ohne hängen zu bleiben. Im zweiten Training haben wir Sprungkicks kennengelernt. Der Trainer hatte weiche Pratzen, gegen die mussten wir kicken. In der zweiten Runde mussten wir den Trainer mit einem Kick umstoßen. In der dritten Stunde teilte uns der Sifu in zwei Gruppen ein. Wir traten gegeneinander an und boxten gegen die Pratze des Trainers und seines Lehrlings, der ihn unterstützte. Zum Boxen und Schubsen kam ein lautes, selbstbewusstes „Lass das bitte!“ Im vierten Training lernten wir, eine Ohrfeige abzuwehren. Dann wurden wir zusätzlich geschubst und bekamen eine Ohrfeige angetäuscht und sollten alles abwehren. Als nächstes versuchte der Trainer uns zu treten, zu schubsen und eine Ohrfeige zu geben, was wir alles gekonnt abwehrten. Danach sollten wir testen, wer am höchsten springen konnte. Später durften wir noch einmal über die Verrückte Wurzel springen. Am Ende des Trainings haben wir alle eine Urkunde und dazu einen Gutschein für drei Wochen Gratistraining mit dem Sifu in der Kungfuschule bekommen.

Stella und Linda, 4b